Beschreibung:
Am 17. Juli 2026 wurden für WordPress Core Updates veröffentlicht, die 2 Schwachstellen in der Software beheben:
- CVE-2026-60137 - 9.1
- CVE-2026-63030 - 7.5
Diese beiden Schwachstellen ermöglichen eine nicht authentifizierte Remote Code Execution.
Bei CVE-2026-60137 handelt es sich um eine fehlerhafte Sanitarisierung des Parameters "author__not_in parameter" bei WP_Query-Abfragen, welche zu SQL-Injection genutzt werden kann.
CVE-2026-63030, auch "WP2Shell" getauft, ist eine Schwachstelle in der REST API von Wordpress und ermöglicht es in Kombination mit CVE-2026-60137, ohne Anmeldung am System Code aus der Ferne zur Ausführung zu bringen (remote code execution).
Betroffene Systeme:
CVE-2026-60137 (SQL Injection):
- WordPress 6.8.0 bis 6.8.5
- WordPress 6.9.0 bis 6.9.4
- WordPress 7.0.0 bis 7.0.1
CVE-2026-63030 (REST-API Batch-Route-Confusion, RCE):
- WordPress 6.9.0 bis 6.9.4
- WordPress 7.0.0 bis 7.0.1
- WordPress 7.1 Beta 1
WordPress-Versionen vor 6.8 sind nicht betroffen.
Behobene Version:
WordPress hat korrigierte Versionen veröffentlicht:
- WordPress 7.0.2 (behebt beide Schwachstellen)
- WordPress 6.9.5 (behebt beide Schwachstellen)
- WordPress 6.8.6 (behebt CVE-2026-60137)
- WordPress 7.1 Beta 2 (behebt beide Schwachstellen)
Empfohlene Maßnahmen:
Es wird dringend empfohlen auf die, vom Hersteller bereitgestellten, aktualisierten Versionen upzudaten.
Das WordPress.org-Team hat für betroffene Versionen erzwungene Updates über das Auto-Update-System aktiviert.
Searchlight Cyber bietet eine Website zur Überprüfung der Verwundbarkeit an.
Sofern ein Update nicht unmittelbar möglich ist, nennt Searchlight Cyber folgende temporäre Maßnahmen:
- Deaktivierung der REST-API für nicht authentifizierte Benutzer:innen
- Blockieren des Pfads „/wp-json/batch/v1“ sowie des Query-Parameters „rest_route=/batch/v1“ mittels Web Application Firewall (beide Muster müssen blockiert werden), oder Einsatz eines Plugins, das Batch-Requests an die REST-API nur für authentifizierte Benutzer:innen zulässt.
Diese Maßnahmen können den regulären Betrieb der Webseite beeinträchtigen und sind nur als temporäre Notmaßnahme bis zum Update vorgesehen.
Einschätzung der Bedrohung:
Die Ausnutzung der Schwachstellen erfordert keinerlei Autorisierung am System. Ein Proof of Concept ist mittlerweile öffentlich, daher besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass zeitnah Angriffe auf Wordpress-Instanzen durchgeführt werden
Die Schwachstellen sind aufgrund der Existenz von Proof of Concepts und der Einfachheit der Ausnutzung als sehr kritisch einzuschätzen, sofern keine automatisierten Updates genutzt werden.
Wordpress-Instanzen können dabei als Sprungbrett zur Identifikation weiterer Angriffspunkte in Netzen dienen.
Weiterführende Links:
https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Cybersicherheitswarnungen/DE/2026/2026-271984-1032.pdf?__blob=publicationFile&v=2
https://www.cert.at/de/warnungen/2026/7/kritische-sicherheitslucken-in-wordpress-updates-verfugbar
https://slcyber.io/research-center/wp2shell-pre-authentication-rce-in-wordpress-core